Bodensee Urlaub

Der „brennende“ Stein

Es geschah vor mehr als 260 Millionen Jahren. Wie dickflüssiger Honig floss der Harz an der Baumrinde entlang, bis der erster Tropfen einen Halt gefunden hat. Einige Tage später begrüßte ein warmer Sonnenstrahl die zähflüssige Substanz, die zu einem Steinharten Klumpen geworden war. Ein Bernstein, deren Feuerfarben beim Tageslicht zu funkeln begannen, wurde dort geboren. Eine ganze Farbenpalette von honiggelb über orange, bis braun und schwarz, zeichnet seine typischen äußeren Eigenschaften. Es gibt auch Bersteinvarianten mit einem Hauch von grüner oder blauer Abtönung, der als Rarität bezeichnet wird und einen Hohen Preis fordert. Der dominikanischer Bernstein dient hier als Beispiel. Auf sein Aussehen haben einige, chemische Prozesse Einfluss gehabt.
Obwohl der Bernstein kein Mineral ist, wurde er zu einem der begehrtesten Schmucksteine aller Zeiten. Seiner äußeren Erscheinung wegen, diente er den Menschen, in verschiedenen Formen und Ausführungen angefertigt und bearbeitet, als Schmuck oder Kunstgegenstand. Die Arbeit der Archäologen bereicherte die Fundsammlungen der Welt, um viele interessante und bewundernswerte Objekte, die vor länger als 6000 Jahren, im alten Ägypten mit Bernstein geschmückt worden waren.

Das Bernsteinzimmer wird von der Menschheit als Bernsteinberühmtheit bewundert, manche wagen es sogar dieses, als das achte Weltwunder zu bezeichnen. Im Jahre 1716 besuchte der russische Zar, Peter der Große den preußischen König, Friedrich Wilhelm I., in seinem Charlottenburger Schloss. In dem Kabinett des Königs bewunderte der Zar eine zauberhafte, komplett aus Bernstein angefertigte Wand. Vor seinen Augen zeigte sich ein Werk, in der Größe von 10,5 x 11,5 Meter, aus verschiedensten und präzise bearbeiteten Bernsteinstückchen. Als der preußische König die Begeisterung des Zaren bemerkte, entschloss er sich seinem Gast das Flachrelief zu schenken. Und so fand das Bernsteinzimmer einen neuen Ort seines Glanzes in Sankt Petersburg, im Winterpalast des Zaren. Leider nur bis zu dem Zweiten Weltkrieg, konnte man das Bernsteinzimmer dort begehen und bewundern. Während des Krieges, verschwand das Werk auf mysteriöse Weise, und wurde nie wieder gefunden. Jahre später fand man unbekannte Fotografien des Zimmers, die vielen russischen Spezialisten als Vorlage zu einer Rekonstruierung des Werkes dienten. Die detailgetreue Gestaltung des Bernsteinzimmers, aus Baltischem Bernstein dauerte 24 Jahre (1979-2003).
Aber nicht nur als Schmuckstein geht der Bernstein in die Geschichte ein. Mit seinen ca.60 verschiedenen Arten, präsentiert er fast in jedem einzelnen Stück, die erstarrten Bilder des Lebens aus der Ur- und Frühgeschichte unserer Welt. Als Einschlüsse behielt er für sich und für die Wissenschaft unzählige Fossilien von Pflanzen und kleinen Tierchen, Zeugen deren Alter Millionen von Jahren beträgt.
Die Form des Bernsteines ist sehr unterschiedlich. Es gibt verschiedene Varianten seiner Gestaltung: Zapfen, Schlauben, Knochen, Bastard und Flomen. Die Zapfen und Schlauben enthalten die meisten Inklusen (Einschlüsse). Eine Bernsteinform (Knochen) enthält zum Beispiel statt Inklusen, sehr viele mikroskopisch kleine Bläschen, wodurch manche Stellen rahmweiß aussehen.
Die Esoterik betrachtet den Bernstein als eine Art Talisman. Seine Kräfte sollen helfen unsere paranormalen Fähigkeiten zu entwickeln und zu stärken.
Bernstein kann man fast überall auf der Welt finden. Es gibt bestimmte Regionen der Erde, wie z.B. die Ostseeküste, wo der Harzschatz zu Hause ist. Auf den Stränden von Dänemark, Schweden, Deutschland, Polen, Litauen, Lettland und Russland wird man bis heute fündig. In Australien, Argentinien und Mexiko, sogar in Libanon, Kanada und China gibt es bewundernswerte Formen und Varianten des Steines.
Beim betrachten eines Bernsteines im Sonnenlicht, könnte man fast glauben, dass Innen das Feuer des Urmenschen festgehalten wurde … (ed200x7)